Die Wohlfühlgarantie für die kleinen Nager hängt auch sehr viel von der Pflege ab.
Was sollte man bei der Pflege beachten?
Die kleinen Nager entdecken gerne Neues, deshalb gilt auch immer etwas Abwechslung ins Revier zu bringen.
Am besten man versucht das Pflegeritual (Fütterung, Kontrolle) zur gleichen Tageszeit zu beginnen, so schafft man Vertrauen zwischen den Zweibeinern und den Nagern.
Aber eins sollte man nicht: die Nager während der Ruhephase stören.
Wie reinige ich den Käfig / Aquarium / Terrarium ?
Für die Käfigreinigung, die natürlich seltener Auftritt (ca. alle 4 Wochen), sollte man in etwa eine Stunde Zeit aufbringen und nicht etwa zwischen Tür und Angel. Dies wäre unnötiger Streß für die Kleinen.
Wenn du ein Käfigverbundsystem hast, solltest du die Renner in die anderen Nachbarkäfige schicken, ansonsten benötigst du einen Karton der mindestens 40-50 cm hoch ist und in den Licht einfallen kann.
In diesen Karton kommen die Mäuse währen der Reinigung rein.
Wasser und Futter kannst du dazustellen, musst du aber nicht, da sie ja nur eine begrenzte Zeit darin verweilen.
Jetzt entsorge das alte Einstreu in den Kompost oder braune Tonne.
Den Käfig und alles Inventar musst du mit heissem Wasser aus-/abwaschen.
WICHTIG: Dabei keine Reinigungsmittel verwenden !!
Nachdem dann alles wieder trocken ist, kann neues Einstreu in den Käfig und alle Sachen wieder zurück.
Anschliessend die Kleinen wieder zurücksetzen ... die sich auch kurz danach alles wieder einrichten.
HINWEIS: Bei Jungen im Nest bitte erst nach der vierten Woche reinigen!
Wann ist ein Einstreuwechsel nötig?
Da die Nager ja aus der Steppe stammen und mit Wasser sparsam umgehen, sondern sie auch wenig Urin ab, folglich spielen Nässe und dadurch entstehende Geruchsbildung keine große Rolle. Bei größerer Kotansammlung in einer der Ecken, sollte man diese allerdings regelmässig säubern.
Generell sollte man wie schon oben erwähnt das komplette Streu nicht zu oft wechseln, da die Tiere dies zum einen zur Markierung und dadurch auch zu Orientierung nutzen und zum anderen es immer zusätzlich Aufregung für die Kleinen ist.
Hinzugeben kann man den Rackern ruhig ein mal pro Woche etwas zusätzliches Einstreu, z.b. in Form von trockenem Gras, etc.
Dies dient zum einen als Beschäftigung, zum anderen auch teilweise als Nahrung, aber häufiger als Nestmaterial, mit dem die Renner ihr vorhandenes Schlafnest ausbauen und es sich gemütlich machen können zum schlafen und kuscheln.
(Meine Zweibeiner mögen ja auch nicht ohne Bettzeug schlafen).
Was auch zur Pflege gehört, ist das Sandbad oder auch für die Nager Beach-Party genannt. Es dient der Fellpflege und befreit es von überschüssigem Hautfett und Schmutz. Es gepfelgtes Fell ist glatt und glänzend, ein ungepfelgtes hingegen zerzaust, fettig und stumpf.
Sie wälzen sich blitzartig darin und man merkt, wie sie es geniessen.
Man kann hierfür speziellen Rennmaussand nehmen ... genauso tut es auch Chinchillasand. Diesen Streut man 5 cm hoch in das Aquarium.
Darauf erst kommt die Einstreu in Form von trockenem Gras, Nager- oder Kleintierstreu.
Tipp:
Wenn man ein Terrarium oder einen Käfig hat und nicht den Boden 5 cm hoch bedecken möchte, der kann auch ein Bonbonglas nehmen und es bis zu 10cm füllen. Der Effekt ist der gleiche, nur dass man hierbei weniger Sand benötigt und die Renner ihn nicht so schnell mit ihren kräftigen Hinterläufen aus dem Käfig schleudern. Gerade bei einem Käfig ist dies sehr von Nutzen, aber auch bei einem Terrarium kann es sehr vorteilhaft sein, wenn man die Schiebtür öffnen muss und nicht direkt der Sand in die Schiebeleisten gerät.
Wie pflegen
sich Rennmäuse selbst?
Zum einen wie schon oben beschrieben durch Sandbäder, ansonsten durch mehrmaliges ausgiebiges Putzen, damit haben sie mal was mit uns Katzen gemeinsam. :-)
Sie lecken erst die Pfötchen, damit gehen sie sich über die Schnauze und Tasthaare, erst danach reinigen sie ihren Bauch, die Flanken, den Rücken.
Auch gut zu beobachten ist ist die soziale Fellpflege unter den Nagern. Diese dient aber nicht schwerpunktmässig der Reinigung, sondern hat mehr einen sozialen Hintergrund. So werden die Bande untereinander aufrecht erhalten und Duftstoffe verteilt um die Wiedererkennung zu gewährleisten.
Wie kann ich die Pflege der Nagezähne unterstützen?
Wie bei allen Nagern wachsen die Zähne ständig nach.
Um zu verhindern, dass die Zähne zu lang werden und die Nahrungsaufnahme behindern benötigen die Renner immer ausreichend Nagematerial. Seien es Zweige oder Äste, Rinde, harte Körner, Nüsse (mit Schale natürlich), usw.

Noch bevor der Nachwuchs die Augen öffnet fängt er schon mit den Ersten Nageversuchen an.
Eine indirekte Pflege ist auch die Nahrung selbst. Gebt ihnen bitte keinen Süssigkeiten wie schokolade, etc. Sie können sich nun mal nicht die Zähnchen putzen und bekommen so zu schnell Karies.
Krallen
Auch diese wachsen nach ... genau wie bei uns Katzen :-)
Wir haben unsere Kratzbäume oder stutzen uns die selbst mit unseren Zähnen, aber die Renner ... hmmmm...
... auch hier hilft das Eintreu. Gebt ihnen die Möglichkeit durch die Einstreu mit Sand. Durch das ganze Scharren und Wühlen nutzen sich die Krallen somit auch ab.
Eine andere Möglichkeit ist es ein Stück einer Steinplatte in den Käfig zu legen. Man kann z.B. eine kaputte Schieferplatte nehmen und darauf stellt man einen Blumentopf aus Ton (auf den Kopf stellen).
Neugierig wie die Renner sind, werden sie diesen inzspizieren und oben durch Boden des Blumentopfes reinklettern.
Schon nach kurzer Zeit versuchen sie die Räumlichkeiten zu verkrößern und fangen an zu scharren ... unten ... oben ... an den Seiten ... :-)
Es gleicht einer Natur-Nagelfeile.
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