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Vergesellschaftung


Was versteht ich eigentlich unter Vergesellschaftung?

Nun ganz kurz formuliert beschreibt es:
"Wie bekomme ich zwei Renner zusammen, die sich nicht kennen".

Da die Rennmäuse sehr vehemente Revierverteidiger sind, darf man niemals einen "Neuen" Renner zu einem schon vorhandenen Renner setzen. Es würde zu argen Beissereien untereinander kommen und sogar nicht selten zum Tod einer der Beiden.

Noch schlimmer ist es einen Renner in eine schon vorhandene Gruppe zu integrieren. Dies sollte man tunlichst unterlassen, da hierbei die Chance auf ein streßfreies Zusammensein kaum gegeben ist.
Züchter können euch das bestätigen.


Was nun aber tun, wenn einer der Kleinen vorzeitig verstirbt?

Alleine weiterleben lassen, sollte man nach ja Möglichkeit unterlassen, da dann der oder die Zurückgebliebene meist darauf an Einsamkeit auch dahin scheidet.

Es gibt es allerdings zwei bewährte Methoden die Tiere aneinander zu gewöhnen.

Die Engraummethode:

Man setzt die Renner auf sehr beengtem Raum (Bodenfläche nicht größer als eine Schuschachtel) ohne Einstreu und Einrichtungen, aber mit genügend Wasser und Futter unter Beobachtung einige Zeit zusammen. Der enge "neutrale" Raum hat den Vorteil, dass keiner einen direkten Revieranspruch geltend machen kann und durch die Enge keine Rückzugsmöglichkeiten hat, bzw. Revierabsteckungen möglich sind.

Zu Beginn kann es zu starkem Beschnuppern mit Abwehrbeissen kommen. Dies sollte aber nicht lange anhalten.
Geht die Beisserei allerdings über mehrere Minuten und sie verbeissen sich regelrecht ineinander, dann muss man die Kontrahenden leider trennen. "Dann klappts wohl nicht mit dem Nachbarn".

In den meisten Fällen aber legt sich die Aufregung und sollten sich die Beiden nach ein paar Stunden sogar zum Schlafen zusammenlegen, ist eine große Hürde gebrochen. ABER, bitte nicht denken, dass jetzt heile Welt herrscht. Das beengte Verhältniss sollte auf jeden Fall länger als ein Tag andauern. Grob übern Daumen ... wenns am dritten Tag auch ohne Probleme geht, steht einem neuen Zusammensein auf großem Terrain eigentlich nichts im Wege.

Während der Eingewöhnzeit sollte man den Käfig / Aquarium in den die beiden im Anschluß kommen, gründlich mit heissem Wasser auswaschen, damit keine alten Duftmarken zurückbleiben. Das gleiche gilt für sämtliches Spielzeug, Futtertöpfe und anderes Inventar.

Trenngittermethode:

Hierzu nimmt man am besten einen kleinen Käfig mit Trenngitter, oder eben ein anderes kleines Behältnis in dem man ein Gitter als Trennung einbringen kann. Es muss ein Gitter sein, damit sich die beiden beschuppern können.
Beide Seiten werden komplett beinahe komplett ausgestattet. Das heißt Futter, Trinken und Einstreu. Jetzt setzt man in jede Hälfte jeweils eine Maus und lässt sie sich in Ruhe gegenseitig durch die Gitterstäbe beschnuppern und sich in ihrem beengten Terrain niederlassen.

Mehrmals täglich (ca. 3-4 Stunden) nimmt man die beiden raus und setzt sie in die jeweils andere Hälfte. So gewöhnen sich die Renner an die Duftmarken des jeweils anderen.

Nach 3-4 Tagen kann man den Versuch machen das Gitter hochzulassen. Nicht wundern ... es ensteht ein überaus intensiver Benschupper- und Verfolgungsvorgang. Wichtig ist es dabei in den Nähe zu bleiben um ggf. bei Auseinandersetzungen einzuschreiten.


Gibt es Tiere die sich besonders gut vergesellschaften lassen?

Ja, und zwar ist es am einfachsten mit Tieren aus einem Wurf.
Diese kennen sich ja von Geburt an.

Eine andere Möglichkeit ist es zu einem Alttier ein Jungtier zu setzen.
Dieses Jungtier ist wesentlich anpassungsfähiger, da es noch nicht ein so ausgeprägtes Revierverhalten mit sich bringt.
Hier verkürzt sich dann meist auch die Eingewöhnungszeit.


Was mache ich wenn sich die Tiere nicht aneinander gewöhnen wollen?

Da bleibt einem leider fast nur die Möglichkeit einen der beiden abzugeben und einen neuen Renner zu holen. Mehrmaliges wiederholen der Vergesellschaften führt meist nicht zu einem positiven Ergebnis. Wenn sich die beiden "sich nicht riechen können" hilft auch kein Zwang.

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