| Verhalten und dessen Bedeutung | ||
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Zu 1
Du wirst einfach so in die Hand gebissen, die Maus will flüchten? Dieses Verhalten zeigt Dir, dass die Mäuse schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht haben. Entweder in der Zoohandlung öfters am Schwanz hochgehoben oder zu fest gehalten worden. Vielleicht war es auch mal der Besuch, der es ärgerte, als sie noch sehr jung waren. Hier brauchst Du was Zeit. Es gibt auch einen alten Kindertrick. Nimm ein altes Baumwoll-T-Shirt trage es einen Tag und lege dann Stoffreste davon als Nistmaterial mit in den Käfig. So gewöhnt sich das Tier schneller an deinen Geruch und sieht es weniger als Gefahr an. Und noch was für unsere Aquariumbesitzer, versucht nicht direkt von oben und auch nicht zu schnell hineinzugreifen. In der Natur sind Raubvögel nämlich ihre grössten Feinde. Langsam und in einem leichten Winkel, am besten dabei ruhig mit den Renner redend beugt Fluchtreaktionen meist vor. Rennmäuse sind ja bekanntermassen Revierverteidiger. Allerdings ist es meinen Zweibeinern noch nie passiert, dass sie selbst gebissen wurden als sie nur ihre Hand reingehalten haben. Dieses Verhalten ist eher bei bestimmten Hamsterrassen beobachtet worden. Zu richtigen Revierbeissern werden Renner aber dennoch! Zu einem Knäuel verbissene Renner sollte man nur mit Handschuen trennen. Sollte es öfters zu solchen Beissereien kommen, meist ab der Geschlechtsfähigkeit kann man es nur noch mit der Vergesellschaftung versuchen, ansonsten müssen sie getrennt werden und bleiben. Auf einmal beisst dich der Renner, während du ihn in der Hand hälst oder über bestimmte Stellen streichst. Zu 2 ![]() Nehmt ihr einen Renner für etwas längere Zeit aus dem Käfig wird die Begrüssung (beschnuppern) umso heftiger. Dabei sieht man dann Anhalt der Körperstellung, die Rangfolge in der Gruppe. Rangniedrigere Tiere schnuppern von unten zur Nase hin. Zu 3 Hat man die Renner mal unregelmässig gefüttert, sei es durch Urlaub oder Stress auf der Arbeit (Aussendienst), dann kommt das sogenannte "Hamstern" durch. Sie nehmen das angebotene Futter und verstecken es im Käfig um daraufhin direkt wieder neues zu holen. Zu 4 OK, dann überlegen wir mal ... müssen sie sich ein Höhlensystem bauen wie in der ferein Natur ... wohl eher nicht, wir geben ihnen einen Holzhütte üder Blumentopf, etc. Müssen sie Futter suchen, oder erarbeiten ... auch nicht, wir stellen es ihnen hin. Aber was kann man den kleinen denn alles anbieten? Sie können zum einen als Klettergerüst genutzt werden, zum anderen lassen Rennmäuse ihren Nagetrieb mit Freude dran aus. Um den Bewegungsdrang der Renner etwas zu stillen, kann man sie unter Aufsicht öfters in der Wohnung laufen lassen. Hierfür gibt es im Handel bereits fertige ausklappbare Rennställe. Aber immer schön dabei bleiben und eventuelle Mitbewohner (Meine Kollegen) aussperren. In der ihrer Heimat, der Steppe, streifen die Renner oft stundenlang durch die Gegend auf der Suche nach Futter. Wickelt zum Beispiel eine Nuss in Papier ein, oder hängt die sogenannten Vogelstangen in den Käfig, so dass sie sich zumindest was strecken müssen um an ihre Nahrung zu kommen. Oder wenn ihr in Eile seit, streut das Futter mit in die Einstreu, so müssen sie suchen.
Das berühmte Laufrad ... unser erstes war eins aus Eisen mit Gitterstäben. Pluspunkt für Eisen, Abzug für die Lücken dazwischen. Es gibt im Handel Laufräder aus Eisen mit Hanfbespannung, damit die Renner sich nicht ihre Beinchen brechen, wenn sie mal daneben treten. Kunststoff ist denkbar ungeeignet, da es angeknabbert wird und die Partikel verschluckt werden können. Stroh, Heu, unbeschriebenes zerknülltes Papier, grobe Einstreu oder unparfumierte Taschentücher werden stets gerne genommen, zerkleinert und für den Nestbau zu verwendet. Bei Stroh sitzen sie teilweise noch Tage danach in ihrem Nest und zerteilen die Halme immer und immer wieder. Küchenrollen und Klopapierrollen Jede Rennmaus hat auf der Bauchunterseite eine Duftdrüse die eine für jede Maus individuelle Duftnote von sich gibt, zur Wiedererkennung und Reviermakierung. Die Renner laufen durch den ganzen Käfig und markieren die Wege, Einrichtung und sogar auch Partner was soviel sagt, dass sie denjenigen in der Sippe akzeptieren. Gerade wenn der Käfig frisch gereinigt wurde kann man dies des öfteren beobachten, wie sie ihren Bauch auf den Boden drücken um mittels des Duftsecrets diese Stelle zu markieren. Zu 6 Verstärktes Gitternagen kann aber auch die Ursache sein, dass der Käfig zu eng ist, oder keine andere Beschäftigungsmöglichkeit vorhanden ist. Nestbau heisst nicht direkt Nachwuchs ... wie auch wenn man gleichgeschlechtliche Renner hat ... oder hat sich die Zoohandlung vertan?! Nein, Renner bauen sich grundsätzlich ein Schlafnest, zum ruhen und kuscheln und natürlich auch für den Nachwuchs. Zu 8 Wenn Rennmäuse in einem Käfig mit einem Höhlensystem geboren werden und aufwachsen, taucht dieses stereotype Scharren im Käfigeck überhaupt nicht auf. Hingegen ist es sehr stark bei den Tieren zu sehen, die ohne Höhlensystem aufwachsen mussten. Es ist so, als wollten sie das fehlende Tunnelsystem nachbauen. Sie behalten diese in der Jugend angeeignete Stereotypie auch dann noch bei, wenn später ein Höhlensystem zur Verfügung gestellt wird! Rennmäuse die in einem Höhlensystem groß geworden sind und denen man dieses wieder wegnahm, begannen auch diesem scharren. In Vera Brückmanns Artikel, den sie für die Ausgabe September 1997 des National Gerbil Society Journal schrieb (englisch) ist dies alles nochmal geschildert. Also wenn ihr keinen Platz für ein Höhlensystem habt, dann spart nicht an Einstreu :-) Unter Trommeln versteht man das sekundenschnell Hüpfen auf einer Stelle. Die Maus steht dabei aufrecht und hüpft dabei mehrmals auf einer Stelle. Der Laut der dabei erzeugt wird gleicht einem trommeln und dient dazu die anderen Mitbewohner vor einer Gefahr oder einem unbekannten Geräusch was als Raubtier eingeordent wird, zu warnen. Diesem Verhalten kann man nur durch Ruhe beikommen. Mann sollte keine hektischen Bewegungen machen, am besten schon bevor man an den Käfig tritt mit den Möusen reden, damit sie anhand der Stimme erkennen um wen es sich handelt. Oft kann man dieses Verhalten feststellen wenn der Käfig-Standort durch räumlichen Umzug verändert wird. Die Schallwellen treten nun in einem anderen Winkel auf, bzw. es gibt ganz neue unbekannte Geräusche an die sich die kleinen Nager gewöhnen müssen. | ||